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Kaffeeanbau
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Kaffeeanbau

Die tropische Kaffeepflanze ist relativ anspruchsvoll. Geografische Bedingungen, Temperatur, Sonnenschein, Niederschläge, Wind und Bodenzusammensetzung sind ausschlaggebend für ein optimales Pflanzenwachstum. Je nach Sorte variieren die Voraussetzungen. Die zwei wichtigsten Sorten sind Caffea arabica (Arabica) und Caffea canephora (Robusta).

Während Arabica-Pflanzen eher Höhenlagen von 600 bis 1200 Meter über dem Meeresspiegel schätzen, gedeihen Robusta-Pflanzen am besten in Höhen von 300 bis 800 Meter über dem Meeresspiegel. Vor allem Kaffees aus hohen Lagen, die sogenannten Hochlandkaffees, sind besonders wertvoll. Diese Arabicas verfügen aufgrund der besonderen Lage über Wachstumsbedingungen, die dem Kaffee eine besonders feine Säure und einen charakteristischen Geschmack verleihen. Die Voraussetzungen für den Kaffeeanbau findet man ausschließlich in einem Gürtel um den Äquator sowie zwischen den Wendekreisen des Krebses und des Steinbocks.

Kaffee wird ausschließlich in Mittelamerika und der Karibik, Südamerika, Afrika und im Asiatisch-Indisch-Pazifischen Raum angebaut. Zu den Hauptanbaugebieten zählen Äthiopien, Kenia, der Jemen, Mexiko, Kolumbien, Guatemala, Costa Rica und
Indonesien.

In Costa Rica gibt es 400 Mio. Kaffeebäume. Ausschließlich Arabica-Bohnen werden hier kultiviert. Der Anbau von Robusta-Bohnen ist verboten. Qualitätskaffee wird in Höhenlagen über 1500 Meter angebaut und trägt die Bezeichnung strictly hard bean (SHB). Durch die relativ starke Abkühlung der Luft in den Nächten wachsen die Kaffeebäume hier langsamer, was jedoch den Geschmack der Bohne positiv beeinflusst. Besonders gute Qualitätskaffees tragen den Namen Juan Vinas, H. Tournon, Windmill, Montebellow und Santa Rosa. Der Minita Tarrazu genießt eine Sonderstellung: er wird ausschließlich ohne Kunstdünger und Pestizide kultiviert, von Hand geerntet und auch von Hand verlesen. Entsprechend ist die Gesamtmenge relativ gering und der Verkaufspreis relativ hoch. Genügen Kaffeesorten nicht den hohen
Qualitätsanforderungen, werden sie mit Lebensmittelfarbe blau eingefärbt und an die einheimische Bevölkerung verkauft.

Kubanischer Kaffee ist rein im Geschmack, hat eine angenehme Fülle und besitzt weniger Säure, weil er in relativ niedrigen Lagen angebaut wird. Die besten Kaffees sind an der Güteklasse Turquino und Extra Turquino zu erkennen. Trotz der Güte des kubanischen Kaffees ist seine Zukunft ungewiss, da die politische Lage Kubas immer wieder Lieferungen und Qualität der Lieferungen beeinflusst.

Die beste Kaffeeanbauregion der Dominikanischen Republik liegt in Barahona, im Südwesten. Auch Kaffees aus Juncalito oder Ocua verfügen über eine ausgezeichnete Qualität. Die als Santo Domingo bezeichneten Kaffees sind durch einen milden und vollmundigen Geschmack, eine feine Säure und ein angenehmes Aroma gekennzeichnet.

Auch El Salvador zählt zu den Kaffee produzierenden Ländern. Zwischen Januar und März wird der beste Rohkaffee ausgeführt, wobei 35% der Spitzenqualität auf Deutschland entfallen. Besonders gute Kaffees sind der Pipil und der kraftvolle aber doch milde Pacamara.

Der angeblich beste Kaffee der Welt stammt aus Guatemala. Vor allem die Berge der Sierra Madre im Süden des Landes bietet optimale Voraussetzungen für den Kaffeeanbau. Qualitätskaffees aus Guatemala zeichnen sich durch seine vollmundige, edle Fülle und feine Säure aus. Am bekanntesten und besten sind die Hochlandkaffees Antiguas wie beispielsweise der El Pulcal. Sie spielen im internationalen Gourmet-Kaffeemarkt eine wichtige Rolle.

Einen besonders weichen aber doch kraftvollen Kaffee baut man auf Haiti an. Der
Dort angebaute Kaffee zählt nicht unbedingt zu den Gourmetkaffees, verfügt jedoch über andere Qualitäten: er wird zum Großteil organisch angebaut.

In den letzten Jahren erreichte auch immer mehr Kaffee aus Honduras deutsche Röstereien und Händler. Charakteristisch ist seine pikante Säure. Entsprechend der Anbauhöhe wird er klassifiziert: der Honduras Central Standard wird in etwa 700 bis 1000 Meter Höhe angebaut, der High Grown in Höhen zwischen 1000 und 1500 Metern. In einer Höhe von etwa 2000 Metern über dem Meeresspiegel gedeiht der Strictly High Grown.
Einer der teuersten Kaffees der Welt ist der Jamaikanische Blue Mountain. Kenner schwärmen vom runden und vollen Geschmack, der oft auch als harmonisch, fruchtig und säurebetont beschrieben wird. Das intensive und kräftige Aroma begeistert ebenso wie der ungewöhnlich lang anhaltende Geschmack, der sich erst beim Trinken richtig entfaltet. Der Blue Mountain ist der einzige Kaffee, der in Holzfässern transportiert wird. Von den kleinen, sehr hoch gelegenen Plantagen finden sie ihren Weg vorrangig nach Japan, in die Vereinigten Staaten oder nach England.
Mexiko ist der viertgrößte Kaffeeproduzent der Welt. Die besten mexikanischen Anbauregionen findet man in Chiapas und Oaxaca. Hier findet man auch edle Kaffees, die durch ihren Duft und ihre angenehme Weichheit bestechen. In Mexiko wird seit Jahrzehnten auch biologisch-dynamischer Kaffeeanbau betrieben.

Spezialkaffees der Spitzenklasse findet man in Panama. Sie zeichnen sich durch eine angenehm leichte Fülle und gute Ausgewogenheit aus. Qualitativ äußerst hochwertige Kaffees wachsen in den Regionen David, Boquete, Remacimeinto, Bugaba und Tole. Sie werden fast ausschließlich nach Frankreich und Finnland ausgeführt.
Von Natur aus milde Kaffees mit schwerer Fülle und ausdrucksstarken Aromen wachsen in Puerto Rico. Spitzenkaffees wie der Yauco Selecto oder der Grand Lares verfügen über Weltklasse. Vom Yauco Selecto werden pro Jahr lediglich 3000 Sack á 45 kg produziert. Er bleibt bis zu seiner Verschiffung in den Hülsen, um eine optimale Frische garantieren zu können.
Brasilianischer Kaffee kann eigentlich aufgrund der Vielzahl unterschiedlichster Kaffees gar nicht als „brasilianischer Kaffee“ bezeichnet werden. Eine grobe Unterteilung findet in Brazils, Milds und Other Arabics statt. In Brasilien wird der größte Teil der Robustas produziert, die in Supermärkten überall auf der Welt landen. Auch hochwertige Sorten wie der Bahia werden produziert, aber größtenteils im eigenen Land verbraucht.
Der weltweit größte Erzeuger von Qualitätskaffe ist Kolumbien. Die Hauptanbaugebiete liegen in der Zentral- und Ostkordillere. Den feinsten Kaffe liefert dabei die Plantage Medellin. Er verfügt über einen kraftvollen Körper, ein volles Aroma und einen ausgewogenen Säuregehalt. Die drei besten Regionen sind unter der Bezeichnung MAM bekannt und werden auch darunter zu Höchstpreisen vermarktet. Die Kaffeequalität unterscheidet man in Kolumbien in Supremo, Excelso und Unusual Good Quality (UGQ). Für alle Kolumbianischen Kaffees gilt: sie sind sehr ausgewogen im Geschmack und werden häufig als samtig beschrieben.

Eine außergewöhnliche Rarität ist Kaffee von den Galapagos-Inseln, genauer gesagt: von der Insel San Cristóbal. Auf der Hacienda El Cafetal werden etwa 500 Sack Arabica-Kaffee der Bourbon-Varietät produziert. Zumindest inoffiziell gilt dieser Kaffee zudem als Biokaffee, da Einfuhr und Einsatz von Kunstdüngern, Pestiziden und prinzipiell Chemikalien im landwirtschaftlichen Bereich streng verboten sind.
Kaffee aus Venezuela eignet sich sowohl für Mischungen als auch als sortenreiner Kaffee, da er sehr leicht und fein ist und über auffallend wenig Säure verfügt. Die beste Anbauregion ist der südwestlich gelegene Bundesstaat Táchira. Namen wie Montebello, Mirama, Granija, Mérida oder Cúcuta bürgen für gute Qualität.

Die Heimat des Kaffees, Äthiopien, ist auch heute noch ein wichtiges Kaffee-Erzeugerland und Hauptexporteur von Arabica-Bohnen. Die Qualitätskaffees Äthiopiens zählen zu den Besten der Welt und verfügen über einen unverwechselbaren Geschmack. Kaffee aus Harer, einem der höchstgelegenen Anbaugebiete überhaupt, unterteilt man in Shortberry und Longberry. Der Longberry Harer ist besonders begehrt und zeichnet sich durch ein weiches, weiniges aber trotzdem würzig-kräftiges Aroma aus.
Im sagenhaften Entdeckerland des Kaffees Jemen werden auch heute noch Typica- und Bourbon-Gewächse auf steilen Terrassen angepflanzt. Organischer Anbau herrscht vor, weil sich die meisten Bauern die teuren Kunstdünger nicht leisten können. Qualität und Klassifizierung der Bohnen ist leider uneinheitlich. Die besten Kaffees kommen jedoch seit jeher aus Mattari, weitere gute Qualitäten aus Sharki und Sanani. Der im Jemen angebaute Mokka zeichnet sich durch besonders intensive und würzige Aromen und eine schokoladige Fülle aus.
Kaffee in Kenia wird zweimal jährlich geerntet und wächst auf 1500 bis 2100 Metern Höhe. Kenianischer Kaffee geht nur in ausgewählte Exportländer. Er ist aromatisch, ausgewogen und sehr fruchtig. Kenianischer Kaffee wird in die folgenden Handelsklassen eingeteilt: die besten Bohnen werden mit PB für Peabery (Perlbohnen) gekennzeichnet. Es folgen die Kategorien AA Plus-Plus, AA Plus, AA, AB usw. Kundenwünsche in Bezug auf Mischungen können berücksichtigt werden.
Madagaskar produziert vor allem Robustas, diese jedoch als hochwertige Spitzenkaffees. Ein Großteil der Exporte geht nach Frankreich.
Auf St. Helena wird Kaffee rein biologisch angebaut. Nicht einmal ein Traktor kommt zum Einsatz. Die Kaffeeproduktion befindet sich nach wie vor noch im Aufbau.

Eines der wichtigsten Anbauländer für Robustas ist Uganda. Entlang der kenianischen Grenze und im Westen des Landes werden sie angebaut. Ein großes Problem stellen aktuell fehlende Transportwege dar.
Indischer Kaffee verfügt über eine Besonderheit: hier kommt ein spezieles Aufbereitungsverfahren zur Anwendung, das Monsooning genannt wird. Hierbei werden die Bohnen während des Monsuns in oben offenen Lagerhäusern der Witterung ausgesetzt. In der Konsequenz verändern sich Geschmack, Aussehen und Aroma der Bohne bzw. des Kaffees. Der hochwertigste Kaffee kommt aus den Staaten Kerala und Tamil Nadu. Er ist weich, würzig und hat einen kraftvollen Körper.

Indonesien ist einer der größten und wichtigsten Kaffeeproduzenten der Welt. Der produzierte Kaffee ist aromatisch, säurearm und sehr mild und ausgewogen. Zu den besten Plantagen auf Java zählen Blawin, Jambit, Kayumas und Pankur. Eine Besonderheit ist Mokka Java: hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Java und jemenitischem Mokka. Obwohl Sumatra zu Indonesien zählt, unterscheiden sich die Kaffees zumindest für Kenner merklich. Vor allem Mandheling- und Ankola-Kaffees werden sehr geschätzt. Mandheling-Kaffees gelten weltweit als der Arabica mit der höchsten Geschmacksfülle. Auch Plantagen von Sulawesi und Neuguinea liefern gute Qualitäten. Die wichtigsten Exportpartner Indonesiens sind Deutschland und Japan.

Auf den Philippinen werden alle vier Caffea-Arten angebaut. Die zweitgrößte Insel der Gruppe, Mindanao, produziert Hochland-Arabicas der Spitzenklasse.
Auch in Australien wird überraschenderweise Kaffee angebaut. Vor allem Arabica-Bohnen der Bourbon-Varietät mit einem weichen, milden Geschmack findet man dort. Der Kaffee ist nur leicht bitter und ungewöhnlich koffeinarm. Die Produktion ist jedoch aufgrund der klimatischen Bedingungen begrenzt, so dass lediglich relativ geringe Mengen exportiert werden können.
An den Vulkanhängen Hawaiis wird ebenfalls Kaffee erzeugt. Vor allem Kona verzeichnet weltweit die höchsten Erträge an Arabica-Kaffee bei gleich bleibend hoher Qualität. Der Geschmack ist voll und nussig, der Kaffee verfügt über einen kraftvollen Körper und ein feines Aroma. Kona-Kaffee ist eingeteilt in die Qualitätsstufen Extra Fancy, Fancy und Number One. Ein Großteil des Kaffees verbleibt in den USA.